Die Legende

Die Legende

Geschichte

Die drei goldenen Jahre von Mondial als Rennmotorrad dauerten von 1949 bis 1951, auch wenn es in den darauffolgenden Jahren und besonders im Jahr 1957 (das sein Schwanengesang war) nicht an Ehrerweisung gemangelt hat. Wenn die Mondial sich nicht Ende 1957 gemeinsam mit Moto Guzzi und Gilera aus dem Renngeschäft zurückgezogen hätte, wären zu den fünf Weltmeistertiteln als Marke und den fünf Fahrer-Weltmeistertiteln sicher noch weitere hinzugekommen.

Mit der Marke FB, was für Brüder (Fratelli) Boselli steht, wurde die Firma 1936 von Giuseppe Boselli in Zusammenarbeit mit den Brüdern Luigi, Carlo und Ettore gegründet. Sie gehören zu einer Familie von Gutsbesitzern in Piacenza, die auch den Adelstitel Conte (Graf) tragen und über große finanzielle Mittel verfügen.

Giuseppe Boselli, geboren 1907, erwirbt 1925 eine GD und nimmt an verschiedenen Rennen teil, bis er vier Jahre später die Meisterschaft in Piacenza gewinnt. Danach interessiert er sich für CM, das Motorradhaus gegründet von Cavedagna und Drusiani, und mit dieser Marke gewinnt er 1935 eine Goldmedaille und 1936 eine Silbermedaille bei der Interationalen Sechstagefahrt für Motorräder. Im selben Jahr beginnt in Bologna die Herstellung von motorisierten Dreirädern und Dreiradlieferwagen, die kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in einem moderneren Fabriksgelände, errichtet in Croce di Casalecchio (einem Stadtteil von Bologna), fortgesetzt wird. Unglücklicherweise wird dieses Fabriksgelände 1944 von einer Kompanie deutscher Sturmtruppler praktisch dem Erdboden gleichgemacht.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Tätigkeit von FB nach Mailand verlegt und gleich darauf verpflichtet Giuseppe Boselli den großen Techniker aus Bologna, Alfonso Drusiani, ihm eine Viertakter Rennmaschine mit 125 ccm zu entwerfen, und geht damit gegen den damaligen Trend, der bei dieser Zylinderzahl Zweitaktmotoren bevorzugte.

Die Maschine, die erstmals die Marke Mondial trägt, nimmt in Faenza am Großen Preis der Nationen teil, der dort stattfindet, weil die Rennstrecke in Monza noch nicht gebaut ist: Auf dem Motorrad sitzt der nicht mehr allzu junge Rennfahrer Francesco Lama aus Faenza, 1939 mit der vierzylindrigen Gilera italienischer Meister in der 500er Klasse. Lama, der zu diesem Zeitpunkt seit 8 Jahren keine Rennen mehr gefahren war, dominiert das Rennen klar, absolviert die schnellste Runde, muss aber wenige Runden vor Ende wegen eines banalen Schadens aufgeben, nämlich wegen eines Risses am Bezintank.
Die neue Mondial 125 hat einen Einzylindermotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC), gesteuert von einer vertikalen Achse mit Kegelradgetriebe: Es hat 12 PS bei 9000 Umdrehungen und kann über 130 km/h erreichen, was bedeutet, dass das Motorrad von Boselli zumindest 10% mehr Geschwindigkeit erreichte als die Motorräder, die damals die 125er Klasse dominierten. Das Motorrad mit einem gewöhnlichen Rohrrahmen beweist seine Qualitäten mit vier Weltrekorden, die im Oktober 1948 von Luigi Cavanna aufgestellt werden: Im darauffolgenden Jahr stellt Cavanna, diesmal mit einem verkleideten Motorrad, in Ostende (Belgien) den Weltrekord nach fliegendem Start mit 161,145 km/h und den besten Start mit durchschnittlich 161,547 km/h auf. 1949 gewinnt Nello Pagani mit der Mondial 125 den Großen Preis von Holland und den Großen Preis der Schweiz und Gianni Leoni gewinnt den Großen Preis der Nationen: Das sind die drei Weltmeisterschaftsrennen, und während Nello Pagani den Einzeltitel holt, gewinnt Mondial den Weltmeistertitel als Marke.
In den darauffolgenden Jahren erhält die Mondial 125 bialbero (mit zwei Nockenwellen) nur kleine Detailveränderungen und das Königsmotorrad bringt es 1952 auf 15 PS und über 150 km/h Spitzengeschwindigkeit ohne Verkleidung: Im Bereich der Motorradverkleidungen darf sich Mondial als Pionier sehen, weil im Jahr 1950 ihre 125er einen ersten Typ von Verkleidung erhält, der nur das Vorderrad sichtbar lässt und Gianni Leoni es ermöglicht, den Großen Preis der Nationen zu gewinnen. Aber in weiterer Folge kehrt Mondial zu den unverkleideten Motorrädern zurück, weil die Vollverkleidungen auf den Rennstrecken noch nicht die perfekte Form gefunden haben, die sie ein paar Jahre später haben werden. Die Mondial bialbero gewinnt in ihrer ersten Version (die 1948 erschien) die Weltmeisterschaft nicht nur 1949 sondern auch im darauffolgenden Jahr mit Bruno Ruffo, und 1951 mit Carlo Ubbiali: Es handelt sich um volle Siege, da der Mailänder Motorradhersteller alle 11 Rennen gewinnt, die in diesen Jahren Teil der Weltmeisterschaften sind. Es geht sogar noch weiter: Die Ergebnisliste der Weltmeisterschaft 1949 zeigt Nello Pagani an erster und Giani Leoni an fünfter Stelle; 1950 finden sich Bruno Buffo, Gianni Leoni und Carlo Ubbiali auf den ersten drei Plätzen. 1951 werden die ersten drei Plätze von Ubbiali, Gianni Leoni und McCandless belegt, während Guido Leoni auf Platz fünf liegt. Carlo Ubbiali wird mit der Mondial italienischer Weltmeister in den Jahren 1950, 1951 und 1952, das Jahr, in dem er auch Platz 2 der Weltrangliste einnimmt. Außerdem gewinnt Cromie McCandless mit der Mondial 125 im ersten Jahr, in dem die 125er zur Tourist Trophy zugelassen sind, mit 120,456 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und der schnellsten Runde mit durschnittlich 121,244 km/h: Hinter ihm liegen Carlo Ubbiali, Gianni Leoni und Nello Pagani, natürlich alle auf einer Mondial.
1952 zeigt das Motorrad eine gewisse Müdigkeit, und auch wenn sie in der Weltmeisterschaft nur hintere Plätze belegt, gewinnt sie dennoch die italienische Meisterschaft mit Carlo Ubbiali. Aus dieser Maschine mit zwei Nockenwellen entsteht 1953 eine 125 ccm mit einer Nockenwelle, gefolgt von einer 175 ccm mit den gleichen Grundeigenschaften. Gleichzeitig arbeitete der Hersteller an einem neuen Modell und 1953 die wenigen Rennauftritte eher von experimenteller Natur, wie etwa das Modell, das nur beim Großen Preis der Nationen in Erscheinung trat, mit einem neuen Rahmen und einer Vordergabel des Typs Earles (Langarmschwinge). 1954 ist die neue Mondial 125 DOHC bereit für den Fahrer Tarquinio Provini, der gerade aus der zweiten Reihe in die erste befördert wurde und befriedigende Ergebnisse erreicht: Das Motorrad hat nun 17 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h mit Verkleidung. Außerdem sind eine 125er und eine 175er mit nur einer obenliegenden Nockenwelle in Produktion, die den gleichen Rahmen haben wie die bialbero. Die 175er erlangt 1954 mit Remo Venturi den absoluten Sieg im Rennen Mailand-Taranto. 1955 wird Provini mit der 125er bialbero italienischer Seniorenweltmeister und von dieser Maschine entwickelt man kurz danach eine 175er bialbero mit fünf Gängen, 22 PS bei 10 000 Umdrehungen und bemerkenswerter Geschwindigkeit. Das Sportmodell dieser 175er erreicht 165 km/h ohne Verkleidung und das Grand Prix Modell mit Vollverkleidung erreicht 180 km/h: Mit der letztgenannten Maschine gewinnt Provinci die italienische Seniorenmeisterschaft 1956. Ausgehend von der Kraft dieser 175er für den Grand Prix, genügte eine geringfügige Vergrößerung des Hubraums um 1955 in der 250er Klasse die Coppa d’Oro Shell in Imola zu gewinnen: 1956 ging sie, vergrößert auf 216 ccm, noch besser, sodass sie sich in vielen Rennen der 250er  Weltmeisterschaft, die von Carlo Ubbiali auf der MV Agusta dominiert wurde, gut positionieren konnte. Die Mondial von Provini zeigte im Verlauf des Jahres, dass sie 200 km/h erreichen konnte.

1957 ist das letzte große Jahr der Mondial. In der Weltmeisterschaft der 125er mit 18 PS und 12 000 Umdrehungen und 190 km/h Spitzengeschwindigkeit  gewinnt Provini di Tourist Trophy, den Großen Preis von Holland und den Großen Preis von Belgien. Gleichzeitig gewinnt die 250er mit Provini den Großen Preis der Nationen und den Großen Preis von Holland und mit dem Engländer Cecil Sandford die Tourist Trophy und den Großen Preis von Ulster. Am Jahresende ist Provini Weltmeister der 125er Klasse und Sandford ist Weltmeister der 250er Klasse: Hinter ihm liegen auch auf Mondial Tarquinio Provini und der Engländer Sammy Miller, der später ein Weltmeister der Offroad-Rennen werden wird. Außerdem erhält Mondial den Weltmeistertitel als Marke in beiden Klassen, 125ccm und 250ccm.

Die 250er, die Mondial Anfang 1957 für Rennen aufgestellt hatte, war nicht mehr die vergrößerte 175er, sondern eine neue Maschine, vollkommen neu designt, mit 29 PS, Schaltung ausgelegt auf fünf oder sieben Gänge, je nach Strecke, die zu absolvieren war, und etwa 220 km/h Höchstgeschwindigkeit. 1956 hatte Mondial auch eine 250er mit zwei nebeneinander liegenden vertikalen Zylindern gebaut, gekuppelt mit zwei Zylindern der 125er: Die Maschine hatte fünf Gänge, DOHC und 35 PS bei 11 000 Umdrehungen, aber sie war nicht besser als die einzylindrige 250er und wurde deshalb sofort wieder zurückgestellt. Im selben Jahr hatte der Hersteller begonnen, auf der 125er und der 175er Rennmaschine mit dem Gitterrohrrahmen mit Rohren mit geringem Durchmesser anstelle des gewöhnlichen Rahmens zu experimentieren.
Ende 1957 zieht sich Mondial offiziell aus dem Rennsport zurück: aber kurz bevor endgültig entschieden wird, keine Rennen mehr zu fahren, wurde ein Prototyp der neuen 125er geplant mit vier obenliegenden Nockenwellen und Desmodromik: Die Nockenwellen, zwei für die Ansaugung und zwei für den Auslass, wurden von einer Steuerung über Zahnräder in Kaskadenanordnung angetrieben und das Motorrad hatte 21 PS. Es wurde nie in einem Rennen eingesetzt.
Auch wenn Mondial sich offiziell aus dem Renngeschäft verabschiedet hat, verschwindet sein Name in den darauffolgenden Jahren nicht aus dem Rennumfeld. Giuseppe Paltoni, schon davor Mechaniker bei Mondial, baut die ersten Paton mit Motoren und Motorenteilen von Mondial: In England fuhren Arthur Wheeler und Mike Hailwood auf Mondial mit großem Erfolg und schließlich genehmigte Mondial 1962 Melotti und Turicci in Absprache mit dem Rennfahrer Villa, eine Maschine mit 50 ccm zu bauen für die Weltmeisterschaftsrennen. Melotti und Turicci waren Techniker der ehemaligen Rennabteilung bei Mondial und konstruierten einen Motor mit 48,9 ccm OHC Nockenwelle, der es auf 7 PS brachte bei 14 000 Umdrehungen. Die Maschine hatte sieben Gänge und erreichte 130 km/h. Im Verlauf der 60er Jahre baut Mondial Rennmotorräder für den Verkauf an private Rennfahrer, denen zusätzlich eine gewisse technische Betreuung geboten wird. So erscheint ein Zweitakt-Motorrad mit 60 ccm mit Querstromspülung, die 12 PS stark ist, und der 1966 eine 125er und eine 250er zweizylindrige Zweitakter-Maschine folgen. Die 125er hat 30 PS bei 14 000 Umdrehungen, erscheint wie ein Wunder und hat luftgekühlte Zylinder, im Gegensatz zur vorhergehenden 125er die eine gemischte Kühlung Wasser-Luft hatte. Die 250er, die wie die 125er eine Drehschiebersteuerung hat, hat eine Luftkühlung für den Kopf und eine Wasserkühlung für den Zylinder und bringt es auf 48 PS bei 11 500 Umdrehungen. Bei der 250er ist die Vorderbremse erstmals eine Scheibenbremse. Besonders wirkungsvoll ist die 125er, der es von 1961 bis 1967 gelingt, vier italienische Titel mit Francesco Villa und zwei mit seinem Bruder Walter zu holen.
Dann verschwinden aber auch diese Mondial Rennmmotorräder von der Bildfläche. Ab 1950 baut der Hersteller auch Serienmotorräder die wegen ihrer sportlichen Eigenschaften sofort einen guten Verkaufserfolg erzielen. Die erste ist eine 125er mit Stangen- und Schwinghebelsteuerung in den Versionen Turismo, Sport und Supersport, zu der 1951 eine 200 ccm Maschine mit denselben allgemeinen Eigenschaften hinzukommt; 1952 wird eine schöne Zweitakter mit 160 ccm gebaut, von der ausgehend 1954 die 160 Sogno entwickelt wird, mit demselben Motor aber einem zentralen Gitterrohrrahmen, vorne Langschwingengabel/Langarmschwinge, 15 Zoll Reifen und teilweise verkleidetem Motor: Eine schöne Maschine, die sich durch eine besonders elegante Form auszeichnet. Im darauffolgenden Jahr, also 1955, kommt das erste Moped von Mondial auf den Markt, ein Zweitakter mit zwei Gängen, und  im selben Jahr kommt die TV 175 in den Verkauf, ein DOHC Viertakter mit 120 km/h.
Von der Sogno aus 1957 wurden, wenn man die allgemeine Bauweise berücksichtigt, die 200 Extra Lusso und die 200 Sport entwickelt, die beide einen Viertaktmotor haben; die Herstellung der 175 erfolgt in einer Reihe von Modellen für die verschiedenen Bedürfnisse in Turismo und Sport Versionen.

Ab 1959 werden zusätzlich zu den veschiedenen Modellen, die bereits in den vorangehenden Jahren verkauft werden, auch Maschinen mit 75 ccm verkauft, und auch bei den Mopeds finden sich verschiedene Modelle. 1960 umfasst die Serie Oro (die goldene Serie) der Mondial Motorräder, bei denen besonders auf die Ästhetik geachtet wird, auch einen Scooter mit 75 ccm und zwei Viertakt-Leichtmotorräder mit 88 und 98 ccm. Schließlich wird Mondial mit Lizenz auch in Spanien von Comesa gebaut. In den darauffolgenden Jahren verbessert sich die Produktion stetig und deckt die gängisten Hubraumgrößen in Italien ab: 1964 erscheint das Moped Mondial Cross und 67 das Minimondial mit Reifen mit geringerem Durchmesser; 1969 erscheint im Salon in Mailand erstmals ein großartiges Motorrad mit 125 ccm für Offroad, das entgegen der Tradition von Mondial keinen Originalmotor hat, sondern einen Sachs-Zweitakter mit Fünfgangschaltung. 1966 erhält das Moped Rekord von Mondial vorne eine Scheibenbremse. Auch 1978 beschränkt sich die Produktion von Mondial auf einige wenige Modelle: Das Leichtmotorrad Touring Zweitakt mit 125 ccm, die Radiai Zweitakt mit 125 ccm, die Regolarità Zweitakt mit 125 ccm und das Moped Modial Competizione; gegen Mitte des Jahres 1978 wird ein neues Motocross Modell für Wettbewerbe vorgestellt mit 175 ccm, Zweitakter Motor und sechs Gängen, das wegen der Schließung des Betriebs nicht gebaut wird.

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